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5 Minuten Lesezeit

Nutzer: Authentisch oder getäuscht? Dark Patterns im digitalen Design

Verfasst von
Marko Balažic
Aktualisiert am
March 18, 2026

Eine ungeschriebene Regel der User Experience besagt, dass Nutzer durch Interfaces navigieren sollen, ohne darüber nachzudenken, was sie anklicken – nahtlos. Dies geschieht üblicherweise durch die Manipulation grafischer Elemente in sorgfältig gestaltete User Flows. Aber was ist das Hauptziel dieses „Manipulierens von Nutzerverhalten“? Nun, das kommt darauf an, wen man fragt. Auf der sonnigen Seite kann dies weniger technisch versierten Nutzern helfen, Aufgaben in ihrer Arbeit zu erledigen. Doch können wir das wirklich als selbstverständlich hinnehmen? Warum reden alle nur über Performance-Verbesserung und Vereinfachung? Warum gibt es tausend Artikel darüber, wie man Conversion Rates steigert, aber nur wenige über die Konsequenzen?

Die ersten Startups

Wie bei allem anderen begann die Internet-Revolution mit sehr einfachen Websites. Damals dachten nur wenige über User Experience oder Conversion Rates nach. Alle Internet-Visionäre wollten Mehrwert zeigen und eventuell Profit daraus schlagen. Es gab Gründer wie Larry, der uns beim Durchsuchen des World Wide Web half, Jeff, der das Einkaufserlebnis ins Internet brachte, und Mark, der Gesichter über den Planeten verband. Anfangs waren die Benutzeroberflächen dieser Websites sehr einfach und harmlos.

Die durchschnittliche Zeit im Internet stieg von wenigen Minuten auf über zwei Stunden (1)

Mit der Zeit haben diese und viele andere Dot-Com-Unternehmen nicht nur Mehrwert gezeigt, sondern dabei auch enorm viel Geld verdient.

Hervorragend performende digitale Giganten

Mittlerweile gibt es fast 2 Milliarden Websites. Der Großteil der Wirtschaft ist stark vom Internet abhängig. Viele Websites integrieren Like-Buttons und moderne Internetnutzer sehen oder hören praktisch überall Werbung. Die großen Tech-Unternehmen vermitteln kleineren Tech-Firmen die neuesten Design Patterns. Diese Lektionen sind über verschiedene Kanäle verfügbar und ihr Hauptziel ist gleich: ihre Best Practices nachzuahmen.

Im Gegensatz dazu gibt es nahezu keine Ethik-Leitfäden für UI-Design. Zumindest gibt es jetzt erste Versuche in diese Richtung, genannt DSGVO.

Dark Patterns – Beispiele aus der Praxis

Nun zur Hauptfrage dieses Artikels: Sind wir bereits auf die Tricks von UX-Designern hereingefallen? Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns einige Dark Patterns Beispiele an.

LinkedIn (Microsoft)

Beim Onboarding wird man gebeten, sein Kontaktbuch zu importieren – und dann werden sich als persönlich ausgebende E-Mails verschickt wie „Marko lädt dich ein, LinkedIn beizutreten“. Man ist gerade beigetreten, weiß nicht einmal genau, was die Website macht, und lädt schon Freunde ein?

iPhone (Apple)

Es ist 2020 und jeder besitzt ein Telefon. Mit dem Telefon bekommt man vorinstallierte Apps wie GarageBand, Mail, Karten, Kalender usw. – und die meisten Nutzer verbringen ihre Zeit mit diesen Apps. Sind diese Standard-Apps die beste Option für alle iPhone-Nutzer? Wohl kaum.

YouTube (Google)

Das aktuellste und deutlichste Beispiel sind politische Wahlen. Um die Wiedergabezeit zu erhöhen, bietet YouTube verwandte Videos basierend auf zuvor angesehenen Videos an. Schau ein Video darüber, wie Wahlen „gestohlen“ werden, und du bekommst viele weitere davon. Nicht mehr so großartig.

Die Konsequenzen sind unsichtbar. Sobald Menschen einen Beweis über die Dark Patterns digitaler Produkte sehen, denken sie oft an Digital Detox oder kommen zum Schluss, dass Technologie schlecht ist. Ich sage das Gegenteil: Menschen verstehen sie einfach nicht.

Dies ist nur ein Auszug einer Serie, die Dark Patterns aufdeckt und über Schritte zu nachhaltigen digitalen Produkten aufklärt.

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